Erfolgreicher Begegnungsabend unter dem Motto „Gemeinsam Kochen“

27. Aug 2026

Am Samstag, 22. August 2026, fand im Kirchengemeindehaus ein besonderer Begegnungsabend unter dem Motto „Gemeinsam Kochen“ statt. Rund 100 Einwohnerinnen und Einwohner verschiedenster Nationalitäten folgten der Einladung, um gemeinsam kulinarische Brücken zu bauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Organisiert wurde der gelungene Anlass in enger Zusammenarbeit zwischen der lokalen Integrationsgruppe, dem Verein Brücke Moosseedorf und dem Kirchengemeindehaus.

Es herrschte eine geschäftige und freudige Aufregung in der Integrationsgruppe. Bald würden die Gäste eintreffen, und es sollte ein Abend der kulturellen Begegnung und des Zusammenwachsens werden. Alles war bereit – so wie reife Blumen, die darauf warten, von den ersten Frühlingsstrahlen geküsst zu werden. In einer modernen Welt, die Menschen oft isoliert und trennt, braucht es einen Ort, um wieder näher zusammenzurücken. Unser heutiger Anlass war das Essen. Doch dieses Mal kochte nicht ein einzelner Koch in der Küche für Hunderte von Menschen. Alle sollten das Essen gemeinsam zubereiten, weshalb das Programm den Namen „Gemeinsam Kochen“ trug.

Auf dem Menü stand heute eine erlesene Köstlichkeit der mediterranen Küche: Sarma. Diese gefüllten Wein- und Kohlblätter werden mal als Hauptspeise, mal als Beilage serviert. An den Tischen sass eine bunte Mischung: von 7-jährigen Kindern bis hin zu Senioren weit über 70. Frauen wie Männer halfen einander, um das Essen für fast hundert Gäste vorzubereiten. Einige von ihnen hatten noch nie von diesem Gericht gehört. Die meisten hatten es noch nie probiert. Nur ganz wenige kannten den Geschmack von früher, aber niemand hatte es jemals selbst zubereitet. So wurde von einem Team aus lauter Anfängern ein Meisterwerk erwartet.

An jedem Tisch stand ein erfahrener Koch. Die verteilten Rezepte wurden studiert, und schon begann das grosse Rollen. Sarma zu rollen ist wie Wunden zu heilen – pure Therapie. Die Wein- und Kohlblätter wurden mit einer sorgfältig zubereiteten Mischung aus Reis, Fleisch, Zwiebeln und Petersilie gefüllt. Alles wurde so fest gewickelt, dass nichts herausfallen konnte, und schliesslich mit der Wärme der Liebe im Herzen gekocht. Es entstand eine neue kulturelle Brücke, die an diesem Tag von Schweizern, Libanesinnen, Afghanen, Ukrainerinnen, Türken, Kurdinnen, Arabern , Albanerinnen und Palästinensern überquert wurde.

Die Teilnahme weckte bei allen eine herzliche Begeisterung. Ein Senior rollte zum ersten Mal in seinem Leben eine Sarma und strahlte vor Glück. Zum perfekten kulinarischen Glück durfte das Dessert nicht fehlen: Baklava. Hauchdünne Teigblätter wurden Schicht für Schicht auf Backblechen ausgelegt und mit flüssiger Butter bestrichen. Diejenigen, die den Butterpinsel zum ersten Mal hielten, strichen mit der Hingabe eines Meistermalers über den Teig. Viele wollten diesen Moment miterleben: Während die einen den Teig auslegten, streuten andere feine Pistazien dazwischen. Als es Zeit war, das Baklava zu schneiden, traten alle respektvoll zurück. Das ist Präzisionarbeit – es musste in perfekter geometrischer Symmetrie geschnitten werden. In diesem Moment nahm ein weiterer Senior das Messer in die Hand. Obwohl es sein erstes Mal war, teilte er das Baklava so geschickt auf wie ein jahrelang erprobter Konditor.

Während das Essen auf dem Herd und das Baklava im Ofen war, begann der schönste Teil des Abends: das Kennenlernen und die Gespräche. Im Saal fühlte man sich wie bei einer UNO-Versammlung. Wer Arbeit gefunden hatte, erzählte von seinem Beruf; wer noch suchte, sammelte wertvolle Tipps von Erfahrenen. Eine afghanische Familie, die erst vor zwei Wochen nach Moosseedorf gezogen war, fragte einen Gemeinderat, wo sie das Altpapier entsorgen könne.

In den Gesichtern lag ein unbezahlbares Lächeln. Niemand störte sich am Herumrennen der Kinder – sie waren die lebendigsten Gäste dieses wunderschönen Abends. Mit ihren farbenfrohen Kleidern und ihrer unerschöpflichen Energie verwandelten sie den Kirchengemeindesaal in einen Ort puren Glücks. Der Raum war zu einem echten Rosengarten geworden. Menschen in allen Farben und Facetten brachten die Schönheit ihrer eigenen Heimat mit. Der schönste Duft der Welt – der Duft von lachenden Kindern – erfüllte den ganzen Saal.

Haben Sie eigentlich schon einmal darüber nachgedacht? Wenn alle Rosen auf der Welt die gleiche Farbe, die gleiche Form und denselben Duft hätten, wären sie dann überhaupt so schön? Würde der berühmte Rosengarten in Bern, der Menschen aus aller Welt anzieht, dann noch so viel Bewunderung ernten? Heute Abend war dieser Kirchengemeindesaal der Rosengarten von Moosseedorf.

Das Essen war bereit, und jeder brannte darauf, die selbstgemachten Sarmas zu probieren. Es bildete sich eine lange Schlange. Das Essen war köstlich – der Beweis dafür war leicht zu sehen: Viele holten sich eine zweite, dritte oder vierte Portion. Es war reichlich für alle da, als läge der Segen der biblischen Speisung auf dem Tisch.
Der Abend, an dem Menschen verschiedenster Religionen und Nationen an einem gemeinsamen Tisch zusammenfanden, ging mit dem tiefen Wunsch zu Ende, sich ganz bald wiederzusehen.

Fehmi Acat, Präsident des Vereins Brücke Moosseedorf
Monica Glauser, Integrationsgruppe Moosseedorf

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